„Lieber rechtzeitig sterben: Assistierter Suizid als Vorsorgemaßnahme“ – Vortrag von Dr. Nina Streeck (Universität Zürich)

Hybridveranstaltung 14.00-15.30 Uhr: Institut für Allgemeinmedizin, Universitätsmedizin Göttingen & Online per Zoom

Nicht selten hegt einen Sterbewunsch, wer an einer unheilbaren Krankheit leidet, die in absehbarer Zeit zum Tode führt. Oft ist es allerdings nicht gegenwärtiges Leiden, dass den Wunsch erweckt, vorzeitig zu sterben. Vielmehr macht Angst, was bevorstehen könnte: etwa unaushaltbare Schmerzen, der Verlust der Unabhängigkeit oder die Sorge, seinen Angehörigen zur Last zu fallen. Aus ähnlichen Gründen taucht auch in hohem Alter bisweilen der Wunsch auf, das Leben möge in Bälde enden. In beiden Fällen wird mitunter erwogen, Suizidhilfe in Anspruch zu nehmen. Oft bleibt es jedoch bei dem Gedankenspiel und der Sterbewunsch wird nicht in die Tat umgesetzt.

Beide Sterbewünsche kennzeichnet ein spezifischer Zukunftsbezug, denn eines teilen die Wünschenden: Die Angst vor der Zukunft, genauer: die Furcht, die letzte Lebensphase könne von schwerstem Leid geprägt, ja, unerträglich sein. Ein assistierter Suizid verspricht, der imaginierten Qual zu entgehen. Damit bekommt der Suizid, so er ausgeführt wird, präventiven Charakter, denn es wird vorgebeugt, wie bei jeglicher Prävention: Man handelt, bevor ein befürchtetes Ereignis eintritt. In meinem Vortrag möchte ich diesem Gedanken nachgehen: inwiefern sich der assistierte Suizid als präventives Handeln begreifen lässt.

Präsenz
Institut für Allgemeinmedizin, Universitätsmedizin Göttingen, Humboldtallee 38, 37073 Göttingen (Bibliothek, 1. Etage)

Online
Zoom: https://uni-goettingen.zoom-x.de/j/64473588424?pwd=TmcweFRWazVxTlFNdHdsWlNSbCtTUT09 
Meeting-ID: 644 7358 8424 Kenncode: Streeck 

Informationen und Kontakt:
sonja.deppemed.uni-goettingende

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