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Zwischen Resignation und Optimierung – Die Zeitstruktur des guten Lebens im Kontext der Altersmedizin

Das Teilprojekt untersucht das Verhältnis von moderner Medizin und den zeitlichen Bedingungen eines guten Lebens im Hinblick auf das Altern als Prozess sowie das höhere Alter als Lebensphase. Im Mittelpunkt steht die Frage nach dem Zusammenhang zwischen alter(n)sbezogenen Formen der Gesundheitsversorgung und verschiedenen Vorstellungen guten, gelingenden Alter(n)s. Das zentrale Anwendungsfeld bilden die hausärztliche und geriatrische Praxis sowie die pflegerische Versorgung. Daneben werden auch Aspekte aus Kardiologie und Reproduktionsmedizin berücksichtigt. Das Teilprojekt reichert dabei die bisher vorwiegend theoretisch-philosophisch ausgerichteten ethischen Überlegungen zum Alter(n) durch die medizinethische Analyse sozialwissenschaftlicher und medienkulturwissenschaftlicher Forschungsergebnisse empirisch und hermeneutisch an. Im Rahmen der FOR fügt es zugleich den auf die Phasen des jüngeren bzw. mittleren Lebensalters bezogenen Teilprojekten 3 (Psychokardiologie), 4 (Soziologie/Sozialpsychologie) und 5 (Ethik der Reproduktionsmedizin) eine systematisch auf das Altern und das höhere Lebensalter ausgerichtete Forschungsperspektive hinzu. Dabei wird es einerseits auf die philosophischen Analysen im Teilprojekt 1 (Philosophie) zurückgreifen, um sie mit Blick auf diese Lebensphase medizinethisch zu konkretisieren. Andererseits werden die einschlägigen sozial- und medienkulturwissenschaftlichen Erhebungen lebensweltlicher Orientierungen und medialer Narrative bezüglich des Alter(n)s in den Teilprojekten 2 (Film/Fernsehen), 3 (Psychokardiologie), 4 (Soziologie/Sozialpsychologie) und insbesondere 6 (Allgemeinmedizin) unter medizinethischen Gesichtspunkten ausgewertet und damit ihrerseits in einen ethischen Theorierahmen gerückt. Besonderes Augenmerk liegt auf der Bedeutung der menschlichen Endlichkeit für ein gutes Leben im Alter (z.B. Akzeptanz oder Widerstand). Dabei wird die Auseinandersetzung mit Endlichkeit nicht auf Fragen von Sterben und Tod verengt, sondern auf verschiedene Aspekte von Vergänglichkeit und sich schließenden Zeitfenstern bezogen. So untersuchen wir, wie im Zeichen des medizinischen Fortschritts mit 1.) Anforderungsverschiebungen in der Pflege, 2.) der sexuellen Aktivität im Alter und 3.) Entscheidungen am Lebensende (Therapiezieländerung) umgegangen wird.

Auf diese Weise sollen zeitenthobene Verständnisse menschlichen Glücks, Sinns und Wohlergehens durch eine empirisch informierte ethische Betrachtungsweise ergänzt werden, die die Bedeutung der zeitlichen Erstreckung und Verlaufsstruktur des guten Lebens im Kontext von Medizin und Gesundheitsversorgung angemessener zu berücksichtigen vermag.

Projektleiter: Prof. Dr. Mark Schweda
Projektmitarbeiterin: Joelle-Marie Krautz M.A.
Assoziierte Projektmitarbeiterin: Lena Stange M.Sc.
Studentische Hilfskraft: Philipp Monse B.A.